Der Oberösterreichische Tischtennis Index (OTX) soll die Spielstärke aller in OÖ. gemeldeten Spieler mit einem Punktewert angeben. Dabei werden alle Spiele berücksichtigt, die der Spieler/die Spielerin in OÖ. im Rahmen der Mannschaftsmeisterschaften oder der OÖTTV Turniere gespielt hat.
Wie wird der OTX gerechnet? Zurück
Wenn 2 Spieler gegeneinander antreten, dann spielen sie um maximal 12 Punkte. Die Punkte für den Sieger werden dem Verlierer abgezogen. Spielt ein relativ starker Spieler gegen einen deutlich schwächeren, kann der starke Spieler bei einem Sieg nur wenige Punkte (zB.: 1,5 Punkte) erhalten, wenn aber der schwächere Spieler gewinnt, erhält er viele Punkte (z.B.: 10,5 Punkte). Spielen zwei gleich starke Spieler gegeneinander, dann erhält der Sieger vom Verlierer 6 Punkte. Wie viele Punkte der Sieger vom Verlierer erhält, hängt also ganz wesentlich von ihrer derzeitigen Spielstärke oder noch genauer von ihrem derzeitigen Niveauunterschied gemessen in OTX-Punkten ab. Die folgende Punktetabelle gibt Aufschluss, wie derzeit die Punkte vergeben werden. Sie ist das Ergebnis eines Beschlusses im Sportauschuss (SpA) des OÖTTV.
Beispiel: Angenommen, es tritt Spieler A (OTX 1600) gegen Spieler B (OTX 1500) an, dann ist die Punktedifferenz also 100. Gewinnt nun der stärkere Spieler (A), dann handelt es sich um das erwartete Ergebnis und A bekommt 2,883 Punkte von B. Sollte jedoch B siegen, dann bekommt er von A 9,117 Punkte gutgeschrieben.
Diese Punktetabelle wurde als Konsequenz aus der Umfrage, die im Frühjahr 2007 durchgeführt wurde, verändert. Für den "erwarteten Sieger" gibt es bei einer bestimmten Punktedifferenz weniger zu holen, während der unerwartete Sieger mehr zugesprochen erhält.
Ändert sich der OTX-Wert nach jedem Spiel? Zurück
Nein, der OTX-Wert eines Spielers bleibt 1 Monat lang unverändert. Am Anfang des nächsten Monats wird der OTX neu berechnet, dann sind die Spiele des vorhergehenden Monats berücksichtigt und der neue OTX-Wert eines Spielers gilt für das kommende Monat.
Warum werden in der Übersicht manche Werte kursiv angezeigt? Zurück
Wenn von einem Spieler zu wenige Spiele (aus dem letzten Jahr) in unseren Datenbanken vorhanden sind, dann ist eine Aussage über die Spielstärke sehr problematisch. In diesem Fall sagt eine Kennzahl (der Sicherheitsindex SiX), dass die Einschätzung mit Vorsicht zu genießen ist, bzw. dass im Moment eine Aussage über die Spielstärke nicht gemacht werden kann. In den Übersichtslisten wird der OTX-Wert dann kursiv angezeigt.
Aber nicht nur die Anzahl der Spiele ist für die Höhe des SiX ausschlaggebend. Auch eine einseitige Siege-Niederlagen Verteilung kann dafür verantwortlich sein. Wenn ein Spieler nur Siege einfährt, kann man den Spieler zwar gut nach unten begrenzen, (er ist mindestens so gut, wie die Spieler, die er geschlagen hat), aber eine Begrenzung nach oben ist schwierig. Handelt es sich um einen Spieler, der in der Kreisklasse alles gewinnt, könnte er in die Bezirksklasse gehören, oder aber auch in die Landesliga. Erst wenn er auch Niederlagen hat, erfährt man etwas über seine oberen Grenzen und kann ihn wieder besser einschätzen. (SiX steigt...)
Der Sicherheitsindex ist eine Maßzahl, die sich zwischen 0 und 1 bewegt. SiX-Werte zwischen 0,4 und 1 besagen, dass von einem Spieler ausreichend Spiele vorhanden sind, sodass die Einschätzung der Spielstärke gut möglich ist. Werte zwischen 0,2 und 0,4 besagen, dass die Einschätzung ungenau ist, weil zu wenige Spiele zur Verfügung stehen. In diesem Fall wird der OTX-Wert kursiv und grau angezeigt. Liegt der SiX-Wert unter 0,2 ist eine Einschätzung zur Zeit so unsicher, dass der OTX-Wert nicht angezeigt wird.
Wie wird der SiX berechnet? Zurück
Pro Monat wird der SiX um 3% des alten Wertes reduziert (es verbleiben also 97%) und anschließend je nach Spielhäufigkeit wieder erhöht. Die exakte Formel lautet:

Sehr wichtig ist, dass der SiX-Wert davon abhängt, ob ein Spieler sowohl Siege, wie auch Niederlagen hat. Angenommen jemand gewinnt alle seine Spiele eines Monats, dann hat in der obigen Formel Six_Ni den Wert 0 und es gibt keinen Zuwachs beim Sicherheitsindex, sondern nur die Reduktion um 3%.
Was passiert, wenn ich ein Jahr lang nicht spiele? Zurück
Wenn jemand ein Jahr lang überhaupt nicht spielt, dann wird sein OTX-Wert um 5% des ursprünglichen Wertes reduziert. Diese Maßnahme ist das Ergebnis eines Beschlusses im Sportauschuss (SpA) des OÖTTV. Das bedeutet, dass einem Spieler auch nach mehrjähriger Pause nach wie vor eine relativ hohe Spielstärke zugeschrieben wird. Ein Spieler mit 2000 Punkten fällt durch diese Maßnahme nach 3 Jahren Spielpause auf 1715 Punkte. Nicht vergessen darf man, dass parallel zum OTX-Wert der SiX-Wert fällt, dieser jedoch rascher.
Was ist mit Spielern, die neu beginnen? Zurück
Die Neubewertung von Spielern ist eine sehr aufwändige und heikle Sache. Dem berechtigten Wunsch vor allem auch von Jugendspielern im OTX aufzuscheinen und der Notwendigkeit einem neuen Spieler möglichst schnell einen OTX-Wert zu geben, damit seine Partien auch verrechnet werden können (das berührt ja auch alle seine Gegner), wird der Wunsch untergeordnet, erst dann einen Punktewert zu vergeben, wenn die Einschätzung relativ sicher ist. Es gilt:
1. Eine Ersteinschätzung wird erst dann vorgenommen, wenn ein Spieler mindestens einen Sieg erreicht und eine Niederlage erlitten hat. Partien gegen Spieler, die noch keinen OTX-Wert haben, bleiben vorerst unberücksichtigt, werden aber zu einem späteren Zeitpunkt natürlich nachträglich eingerechnet.
2. Zur Berechnung werden die OTX-Durchschnitte aller Spieler verwendet, gegen die der neue Spieler gewonnen bzw. verloren hat. Anschließend wird nach folgender Formel gerechnet:

3. Natürlich muss dem neuen Spieler auch ein SiX-Wert vergeben werden. Er sollte bei der Ersteinschätzung um so höher sein, je mehr Siege und Niederlagen vorliegen. Der 1. SiX-Wert eines Spielers wird folgender Tabelle entnommen:

Die Formel, die hier zugrunde liegt lautet: SiX=(Si x Ni) : 36, wenn also in der Datenbank 6 Siege und 6 Niederlagen vorliegen, kann man ihn sehr gut einschätzen (SiX ist 1), wenn ein Spieler 5 Mal gewonnen und 4 Mal verloren hat, ist der SiX 0,556 und damit hinreichend hoch.
Ich gewinne andauernd, bekomme aber kaum Punkte dafür, warum? Zurück
Mit dem OTX soll in erster Linie die Spielstärke der OÖ. Spieler eingeschätzt werden, erst in zweiter Linie ist der OTX eine Rangliste, auf keinen Fall jedoch ist er ein Belohnungssystem für möglichst viele Siege - egal gegen welche Gegner. Wenn ein Spieler z.B. 1900 Punkte hat (das ist ca. mittleres Landesklassen - Niveau) und er spielt in der Regionalklasse hauptsächlich gegen Spieler um die 1700 Punkte, dann wird er für seine Siege nur sehr wenige Punkte bekommen. Verliert er jedoch einmal ein Spiel, dann ist sein Punkteabzug relativ groß. Man mag das als ungerecht empfinden, schließlich möchte man für seine Siege belohnt werden. Andererseits soll der OTX die Spielstärke beschreiben und nur weil jemand, dem ohnehin schon Landesklassen Niveau zugestanden wird, einige Spieler mit Regionalklassen Niveau schlägt, ist seine Spielstärke nicht wesentlich höher einzuschätzen.
Der umgekehrte Effekt tritt übrigens auch auf, auch dazu ein Beispiel: Ein Spieler muss - Sachzwänge im Verein verlangen es - Bezirksklasse spielen, obwohl die Kreisklasse seinem Können angemessen wäre. Sein OTX-Wert von 1250 Punkten weist ihn auch als (max.) Kreisklasse-Spieler aus. In der Bezirksklasse trifft er andauernd auf Spieler mit 1400-1600 Punkte, er verliert erwartungsgemäß fast immer. Seine Punkteabzüge sind aber sehr gering. Sollte er wider Erwarten einmal ein Spiel in der Bezirksklasse gewinnen, wird er dagegen mit fast 12 Punkten belohnt. Die Tatsache, dass er gegen Spieler verliert, die ein deutlich höheres Niveau haben als er, bedeutet ja nicht, dass er schwächer spielt als vorher.
Wir müssen beim OTX Abstand nehmen von der Vorstellung, dass man für jeden Sieg mit Punkten belohnt wird. Niemand führt im OTX von außen Punkte zu, die Punkte werden nur umverteilt. Wenn ich gegen einen Spieler gleicher Stärke gewinne, bekomme ich 6 Punkte, gewinne ich gegen einen deutlich schwächeren Spieler, erhalte ich fast nichts, gewinne ich gegen einen deutlich stärken, erhalte ich ca. 12 Punkte. Letztendlich ist entscheidend,
Für wen ist die OTX-Rangliste gedacht? Zurück
Die OTX-Rangliste ist in erster Linie für Spieler, die in der OÖ Mannschaftsmeisterschaft spielen, gedacht. Spieler, die in der Bundesliga oder noch höher spielen, sind ohnehin in Bundesranglisten erfasst.
Welche Spiele werden berücksichtigt? Zurück
Alle Spiele, die im Rahmen der OÖ. Mannschaftsmeisterschaft (auch der Jugendbewerbe) ausgetragen werden, bei Ranglistenturnieren, bei Landesmeisterschaften und Cup-Bewerben. Ebenfalls werden alle Spiele zwischen 2 Spielern des OÖTTV bei Bundesturnieren und in den Bundesligen erfasst. Das bedeutet, dass pro Jahr ca. 85000 (!) Einzelspiele in die Berechung des OTX einfließen.
Was soll ich tun, wenn ein OTX-Wert m.E. falsch ist? Zurück
Schauen Sie sich den SiX-Wert neben dem OTX-Wert an. Ist der Wert evt. kleiner als 0,4, gibt es keinen Handlungsbedarf. Das System sagt damit selbst, die Einschätzung ist zur Zeit nicht möglich, weil zu wenige Partien vorhanden sind oder möglicherweise die Siege-Niederlagen Verteilung zu einseitig ist. Bitte verfolgen Sie den Wert einige Zeit. Wenn er sich völlig verkehrt entwickelt, schicken Sie bitte eine Email mit Spielerpassnummer und Verein.
Warum scheint ein Spieler meines Vereines nicht im OTX auf? Zurück
Spieler, die neu beginnen, werden solange nicht eingestuft, bis sie mindestens einen Sieg und eine Niederlage haben. Solange die Ersteinschätzung nicht erfolgt ist, werden diese Spieler auch nicht angezeigt. Spätestens 1 Monat, nachdem in unserer Datenbank ein Sieg und eine Niederlage einlangen, sollte der Spieler aufscheinen.
Wieso wird eine bestimmte Partie nicht angezeigt? Zurück
Wenn Sie gegen jemanden gespielt haben, der noch keine OTX-Punkte hat, kann dieses Spiel auch nicht verrechnet werden. Es wird solange zurückgestellt, bis die Ersteinschätzung erfolgen kann, bei der nächsten Durchrechnung wird es berücksichtigt.
Wieso kann es auch Monate später noch zu Punkteschwankungen kommen? Zurück
Wenn im Oktober ein Spieler neu angemeldet wird, er aber im Herbst nichts gewinnt, dann ist seine Ersteinschätzung noch ausständig. Alle Partien, die er im Herbst gespielt hat, bleiben vorerst unberücksichtigt. Sollte der Spieler im Jänner seine 1. Partie gewinnen, erhält er einen OTX-Wert und nun werden seinen Gegnern für die Herbstspiele Punkte gut geschrieben. Das bedeutet aber auch, dass deren Gegner nun minimale Korrekturen erfahren (evt. im Zehntel-Bereich) usw.
Was noch zu sagen wäre....! Zurück
Ranglistensysteme gibt es in Hülle und Fülle. Sie entsprechen dem Wunsch des Sportlers danach, seine sportliche Leistung zu messen um sie besser einschätzen und vergleichen zu können. Mit dem Einsatz des Computers zur Ergebnisübermittlung im OÖTTV wurde auch der Grundstein für eine Computerrangliste gelegt. Beeinflusst wurde ich bei meiner Arbeit von der ELO-Rangliste für Schachspieler. Sie wurde zuerst vom Internationalen Schachverband eingeführt und hat ihren Siegeszug "von Oben nach Unten" angetreten. Dies hat den Vorteil, dass alle Schachspieler weltweit nach einem einheitlichen System bewertet werden. Leider können wir im Tischtennissport davon nur träumen, es gab meines Wissens nie nennenswerte internationale Initiativen, ein Pendant zur ELO-Rangliste im TT-Sport "von Oben nach Unten" zu etablieren.
In Österreich gibt es in einigen anderen Bundesländern bereits Computerranglisten, die ich zum Teil auch studiert habe, bevor ich mich an den OTX gemacht habe. Da ich zumindest die Vision einer bundesweiten Rangliste noch habe, in der alle Österreichischen Spieler erfasst sind, war es durchaus beabsichtigt, mich an ein bestehendes System anzulehnen. Ein späteres Zusammenführen mehrerer Ranglisten von verschiedenen Bundesländern könnte dadurch erleichtert werden. Die Wahl fiel auf die Wiener Computerrangliste, deren Autor Christian Andersen ich hier ausdrücklich nennen und mich bedanken möchte. Sein System schien mir plausibel, war sehr exakt dokumentiert und hatte auf meine Arbeit einen wichtigen Einfluss. Spezifisch oberösterreichisch ist es zur Zeit, dass die Rangliste monatlich aktualisiert wird. Außerdem hat der OÖTTV die meisten aktiven TT-Spieler, die Zahl von ca. 85000 Einzelspielen, die jährlich zur Berechnung des OTX herangezogen werden, ist entsprechend groß.
Ranglisten sind niemals perfekt! Selbstverständlich gilt diese Binsenweisheit auch für den OTX; die Spielstärke eines Spielers ist keine Größe, die man exakt messen könnte wie die Länge oder das Gewicht. Jemand spielt in seinem Verein gegen Bekannte sehr gut, trifft er auf neue Spieler, tut er sich dagegen sehr schwer. Ein Spieler mit Störbelag hat im Verein vielleicht ein schweres Leben, weil sich seine Kollegen über Monate auf sein Spiel einstellen können, aber im Meisterschaftsbetrieb ist er ungewöhnlich erfolgreich. Gerne ist man bereit zu akzeptieren, dass der eigene Angstgegner, gegen den man schon lange nicht mehr gewonnen hat, einen höheren OTX-Wert hat, als man selbst, aber wie ist´s beim Lieblingsgegner, den man immer schlägt. Vielleicht ist der Lieblingsgegner aber auch für andere Spieler ein Angstgegner....?
Noch ein Problem: Wenn jemand einfach in einer zu niederen Spielklasse spielt, in der er auch nicht eine Partie verliert, dann lässt sich nicht verhindern, dass er - zwar in kleinen Schritten - stetig im OTX aufsteigen wird. Bei allen Fehleinschätzungen, die das OTX-System produziert, ist es der Einzelrangliste dennoch überlegen: wenn ein Landesligaspieler ein Jahr pausiert, dann wird er zur Zeit gleichbehandelt, wie ein 1. Klasse-Spieler; wenn jemand in einer bestimmten Klasse 12 Einsätze hat und dabei 36:0 spielt, ist er in der Rangliste evt. dennoch nicht unter den besten 10.
Wir sollten einzelnen Fehleinschätzungen mit der nötigen Gelassenheit begegnen, natürlich aber das System kritisch betrachten und ggf. Verbesserungen durchführen. In diesem Sinne wünsche ich allen TT-Kollegen viel Freude mit der Rangliste. (Wilfried Leonhartsberger)